Weltherrschaft und Futter


Futter und Weltherrschaft

Karl ist tot. Der große Karl Lagerfeld. Gott hab ihn selig.
Neben der gesamten Modewelt (lassen wir die unsäglich quiekende Heidi Klum mal außen vor) trauert vor allem ein Geschöpf ganz besonders: Choupette! Sein „Zentrum der Welt“, seine „Greta Garbo“. Diese ganz besondere Katze mit den blauen Augen.
So sagt es uns jedenfalls ihr persönlicher Instagram-Account.
Was mich aber viel mehr fasziniert hat, war in den vergangenen Tagen die Schlagzeile „erbt Choupette jetzt alles?". Wenn man der Zeitung mit den vier großen Buchstaben glauben darf, reden wir hier von einem nicht ganz unerheblichen Vermächtnis. Im Gespräch waren 500 Millionen Euro!
Alle Achtung.  Schade, dass ich so gar keine Ahnung von Mode habe...

Natürlich denkt man unweigerlich an seine eigenen Viecher. Nicht, dass wir uns hier falsch verstehen, hier gibt es nichts zu holen... und ich gedenke auch, die beiden zu überleben. Aber eine Frage ist doch in der Tat spannend: was macht ein Vierbeiner mit einer halben Milliarde?
Choupette wird ihrem neuen Halter ein auskömmliches Leben bescheren.

Trotzdem: was würden meine Beiden mit einem solchen Erbe anstellen?
Ich sehe mich um.
Neele. Um diese Uhrzeit schon hochnervös, extrem besorgt, dass jemand die Futterzeiten vergessen könnte. Bei ihr fällt es mir leicht mir vorzustellen, was sie mit einem gut gefüllten Portemonnaie machen würde. Ich kann es abkürzen: Futter! In allen Variationen. Sie ist ja eigentlich recht anspruchslos. Man könnte sagen, sie frisst alles. Na gut, fast alles. Es ist schon vorgekommen, dass sie etwas von mir zubereitetes verschmäht hat. Niemand konnte es ihr verdenken.
Ich könnte mir auch vorstellen, dass sie eine Suppenküche für Tiere einrichtet. Sie ist der sozialste Hund auf diesem Planeten.
Vielleicht wären noch ein paar Kuscheldecken mehr im Haus. Das Bernsteinauge hat´s ja gern gemütlich.
Aber das war´s auch schon. Mein Mäuschen ist ganz zufrieden, wie es ist.

Kommen wir zu Bruno: was würde er mit einer gut gefüllten Kasse anfangen? Für die Weltherrschaft würden auch die 500 Millionen nicht ganz reichen. Außerdem hat er sie ja eh schon. Meint er.
Was also würde er sich dann anschaffen?
Ein eigenes Bällchenbad? Unwahrscheinlich. Wenn ich die Schränke hier aufmache, hat er schon eins. Und interessant ist trotzdem immer nur ein ganz bestimmter.
Futter? Eher nicht. Langweilig.
Einen ganz persönlichen Gassigeher? Den Personal Trainer für Herrn Terrier sozusagen? Nein, ich denke nicht. Der kleine Autist fühlt sich ja auf der heimischen Scholle am wohlsten.
Vielleicht einen eigenen Campingplatz? Fremde Menschen, die an oder auch nur in der Nähe „seiner“ Parzelle sind, schätzt er ja nur mäßig. Aber dafür braucht hund nun wirklich keine halbe Milliarde.
Mehr Personal? Warum... er hat mich ja ganz gut erzogen.

Ich kann es wirklich nicht sagen.
Irgendwie haben sie doch alles.

Was also, um Himmels Willen, macht ein Vierbeiner mit einem Erbe in den Dimensionen, wie es Choupette nun offensichtlich erwartet?
Und wenn ich mir anschaue, wie dieses Tier jetzt gerade in den sozialen Netzwerken präsentiert wird, muss ich irgendwie an ein Wort denken: Berechnung.
Es scheint viel daran zu hängen, den hübschen Stubentiger in Position zu bringen. Mit Hütchen und Trauerschleier. Sicher aus dem Haus mit den beiden C im Logo. Wer auch immer demnächst das petersiliengekrönte Futtertellerchen reichen darf, scheint sich einiges zu versprechen.

Ich glaube, davon kann man lernen.
Meint ihr, für Herrn Terrier und Fräulein Vizsla fällt etwas ab, wenn sie angemessen kondolieren? Für Chanel hat´s nicht ganz gereicht. Sorry. Aber sie kommen auch nicht gerade in Jogginghose daher!

Was glaubt ihr, würden eure Vierbeiner machen, könnten sie es einmal an der Kasse so richtig krachen lassen?
Mir fällt da echt nicht viel ein...

Kommt gut ins Wochenende!
Ich muss jetzt zu Instagram wechseln. Wir haben Choupette noch nicht kondoliert!