Trauer


Ihr Lieben,
von ganzem Herzen vielen Dank für eure teilnahmsvollen Worte… auf welchem Wege sie auch immer bei mir angekommen sind. Liebe Zeilen tun gut in dieser für uns so schrecklichen Zeit.
So furchtbar gerade alles ist, so sehr bemerke ich gerade wieder, dass ich mich glücklich schätzen darf, von so unglaublich vielen lieben Menschen umgeben zu sein… Freunde, Kollegen, Nachbarn und auch hier auf Facebook.

Einmal mehr bemerke ich gerade auch wieder, wie sensibel unsere Hunde doch sind.
Natürlich merken auch sie, dass etwas nicht stimmt. Dass ihre Menschen unglücklich sind. Dass jemand fehlt.
Und sie zeigen es auf ihre ganz besondere Weise.
Neele, meine gute Seele, sucht noch mehr als sonst den Kontakt. Meinen Vater lässt sie gar nicht mehr aus den Augen. Und tut das, was sie sonst auch besonders gut kann: ihn anschmachten, damit möglichst viel Fleischwurst vom Tisch fällt. Ihm tut es gut. Er gibt reichlich… und ich lasse die beiden. Es lenkt (uns alle) ein bisschen ab. Es zaubert Lächeln ins Gesicht, wenn das Bernsteinauge bei dem leisesten Verdacht auf „Kühlschranknähe“ meinem Vater die Knie volllüllt und er behauptet, dass das seine Jeans nur veredelt und dass sein Mädchen das darf.
Und mir geht das Herz auf, wenn ich den kleinen Terroristen beobachte. Der ja ohnehin „Opas“ bester Freund ist. Die beiden hatten schon immer eine besondere Beziehung.
Bruno ist weit davon entfernt, rüpelig oder gar unverschämt zu sein. Er beobachtet meinen Vater. Egal wo. Egal, was gerade gemacht wird. Und bei dem kleinsten Anschein von ganz schlechtem Augenblick ist der kleine Kerl dann zur Stelle. Wie immer „nicht ganz legal“. Aber ich lasse auch ihn. Er scheint zu verstehen, dass er das Zuhause nicht darf und dass es aber bei meinem Vater okay ist.
Dann legt er sich dort auf den Tisch, wo mein Vater gerade sitzt. Er stupst ihn an und lässt seine Knopfaugen nicht von ihm. Und irgendwann sehe ich die Beiden Nase an Nase. Ganz ruhig. Als wären sie in ein Zwiegespräch vertieft, das nur sie verstehen.

Natürlich ist mir bewusst, dass ein Hund sich nicht nur von Fleischwurst ernähren sollte.
Und natürlich weiß ich, dass es Menschen gibt, die angewidert reagieren, wenn ein Hund auf dem Küchentisch liegt.

Ja, das weiß ich und ich kann es sogar nachvollziehen.
Und auch mir hängt der Satz „was du einmal gestattest…“ im Hinterkopf.
Aber, wie sagte es die beste Mutter der Welt immer so schön? „Es ist jetzt, wie es ist“.
Und genau danach verfahre ich gerade. Erlaubt ist, was in dieser Situation guttut.
Und uns allen tut es gut.
Meinem Vater, von diesen beiden wundervollen Hunden umgeben zu sein.
Und mir, genau dies zu beobachten.
Es ist gerade schwer genug.