Mantel für Neele auf Rezept!


Neele hat Rücken… und ich (m)einen kleinen Triumph 

Wie oft habe ich hier schon geschrieben, dass uns die Sorge um den kleinen Satan mal wieder in die Tierarztpraxis getrieben hat.
Zu unser aller Lieblings-Dottoressa, dort wo uns alle kennen und um uns und unsere kleinen Eigenheiten wissen.
Seit zwei Tagen aber macht uns Neele Kummer. Sie hat Schwierigkeiten gehabt, auf Sessel oder Sofa zu kommen. Und wenn sie dann dort lag, musste die Maus aufjaulen beim Runtergehen. Unschön. Gerade, weil sie sonst nie etwas hat, nie auch nur das leiseste Unwohlsein zeigt, war ich natürlich wieder kurz davor „Christoph II“ zu rufen… behauptete jedenfalls der beste aller Ehemänner.
In Coronazeiten gilt auch bei der Dottoressa „nur nach telefonischer Anmeldung“. 
Diesen Anruf übernahm heute Morgen dbaE. 
Mich erreichte dann im Büro die WhatsApp „12:45 Uhr. Willst du mit?“
Äh… was ist denn das für eine Frage? Natürlich will ich mit. Mein Neeleken hat Rücken. Oder Pfote. Oder beides. Natürlich bin ich dann dabei.
Außerdem gilt es, Schlimmeres zu verhindern: GöGa und Lieblingsdottoressa fachsimpeln mir immer zu gerne, in welchem Maße und Winkel man dem Vizslamädchen die Ohren kupieren müsste, damit sie ein wenig wie ein Dobermann aussieht und der Terriator vielleicht ein wenig Respekt vor ihr hätte. 
Nee, nee… da gehe ich doch mal lieber mit. 
Außerdem ahnte ich, dass Neelchen auf den Tisch gehoben werden musste. Dann doch lieber Herrchen dabei!
Gesagt, getan. Wir waren pünktlich in der Praxis. Wie es sich in so virenverseuchten Zeiten gehört auch allein. In mir kamen schon Überlegungen hoch, dass es gerade günstig wäre, mit Bruno hierher zu kommen.
Nun gut, jetzt war Neele dran. Und wie immer stand man mit höchst unglücklichem Gesicht an der Anmeldung. 
Wir durften sofort ins Behandlungszimmer gehen. Wie immer beäugte das Zimtnäschen das ihr hingehaltene Leckerchen mit allergrößtem Misstrauen. Und ihr alle wisst, was DAS bedeutet. Es brauchte ein paar Anläufe, bis sie es mit ganz spitzen Zähnen genommen hat.
Und dann ging es auf den Tisch. Ihr Blick sagte „Schlachtbank“. 
Gottergeben und lieb wie stets hier ließ sie sich abtasten. Ach, was sage ich, in die Rippen drücken, in den Rücken pieksen… geradezu malträtieren. Ich litt mit. Und sah es der Dottoressa nur deshalb nach, weil sie erwähnte, dass Neelchen wirklich eine tolle Figur hat. Das ging MIR runter wie Öl. DbaE allerdings guckte uns an und ich wusste, dass er sich die Frage scharf verkneifen musste, ob wir vorher zu viel gechattet und uns abgesprochen hatten.
Kathrin hatte inzwischen genug an meiner armen Maus rumgeknetet. Nerv eingeklemmt, Zug bekommen, verkühlt… kurz: Neelchen hat Rücken. Die Arme. Wir wissen doch alle, was das heißt.
Es gab eine Spritze...sooo lang! 😟 Neeles Blick auf das Ungetüm sprach Bände. 
Und dann kam meine Stunde: Herrchen fragte, was wir noch tun können.
Und ich gehe noch jetzt vor der Dottoressa in die Knie: außer den zu verabreichenden Medikamenten empfahl sie einen Mantel für mein kurzhaariges, unterfellloses, nicht mehr so junges Bernsteinauge.
Jaaaa… das Gesicht des besten aller Ehemänner… unbezahlbar!!!
Habe ich doch seinen Satz „tragen die Köter Mäntelchen, gehe ich keinen Schritt vor die Tür mit den Beiden!“ im Gehörgang.
Nun aber, mit allerhöchster Erlaubnis, ach was sage ich, mit allerhöchster Anweisung, muss so etwas ja wohl her. Das braune Reh darf nicht nass werden, nicht auskühlen, keinen Zug bekommen.

Und ich kann mich austoben! Shoppen. Aber so richtig!!!

Versprochen: Rosa wird es nicht!!! 
(aber auch nur, weil das so gar nicht zu ihrem bernsteinfarbenen Fell passt!)