Männer und Frauen ticken einfach anders - Herrchen und Frauchen sowieso


Wenn mal EINER von uns einen freien Tag hat....

DER BESTE ALLER EHEMÄNNER  
steht so früh wie immer auf.
Dusche, Kaffee, Kippe. Wenn´s geht ohne großes Tamtam.
Leichte Verwunderung wo die beiden Ochsen sind.
Ein zweiter Kaffee muss her. Beim Gang in die Küche feststellen, dass der Terrier gekotzt hat.
Oh Gott. Und das, bevor ausreichend Koffein im Blut ist. Ignorieren. Noch eine rauchen. Die Ko… liegt gleich auch noch da. Bruno schläft ja auch schon wieder. Unverschämt wie immer in Neeles Bett.
Okay. Es ist nicht zu vermeiden. Zewa und Wischmopp müssen her. Jetzt bloß keinen Fehler machen. Geruchsneutrale Schmierseife verwenden. Es gilt zu verhindern, dass die Dame des Hauses beim Nachhausekommen „frisch gewischt“ riecht und bei Erfragen des Grundes sofort den Rettungshubschrauber für Schnubbibubbi ruft.
Inzwischen sind die Hunde wach. Futter zubereiten. Erwartungsgemäß frisst Bruno nicht. Nicht so schlimm. Er hat eh zugenommen in den letzten Wochen. Wenn er Kohldampf kriegt, wird er schon ans Futter gehen.
Jetzt aber erst mal wieder Kaffee und Kippe. Ein bisschen auf Facebook scrollen. Werbeanzeige für einen Hundestrandkorb sehen. Beten, dass Frauchen das nicht sieht. Fehlte so gerade noch, dass ein weiter Trümmer im Garten steht.
Zeit für eine ausgedehnte Runde im Feld mit den beiden Spinnern. Heute läufts echt. Der Vizsla meint, sich in irgendwas Totem wälzen zu müssen. Der Gedanke an lange Leine, Anhängerkupplung und hinterher laufen lassen erscheint extrem verlockend. Wird nur deshalb verworfen, weil man ja gesehen und bei der Göttergattin verpfiffen werden könnte.
Zu Hause fluchend den Köter in die Dusche gestellt. Sch… schreien, weil man noch mal wischen muss.
Kaffee und Kippe.
Zeit für ein ordentliches Brot mit Spiegelei. Den Hunden mit Blicken zu verstehen geben, dass sie sich davon nun wirklich nichts verdient haben.
Feststellen, dass Bruno wieder in Höchstform ist. Neele beruhigen, dass wieder alles gut ist.
In der Garage muss noch ein Radsatz für den Verkauf auf eBay verpackt werden. Dem bei Kartons vor Freude immer ausflippenden Mini-Spinner erklären, dass er in die Wurst kommt, wenn er die Dinger anknabbert.
Zeit für einen Kaffee. Dabei rauchen. Dem Sohn schreiben, dass man an manchen Tagen echt besser arbeiten als frei haben kann.
Kurz vor fünf. Die Hunde nerven. Was ist heute nur los?
Schnell noch ein Brot holen. Fast vergessen.
Wieder zurück. Jemand säuselt die Ochsen an. Frauchen hat anscheinend früh Feierabend gemacht. Nur darauf warten, dass die Frage aller Fragen kommt. Und wie immer lautet die Antwort: „Alles okay. Wie immer. Nix Besonderes“.

ICH
freue mich auf ein bisschen länger schlafen. Oder zumindest noch chillig liegenbleiben.
Höre aber noch im Tiefschlaf den Terrier kotzen.
Oh Gott. Brunolein. Schnell aus dem Bett schwingen. Den Hund beruhigen, erklären, dass das überhaupt nicht schlimm ist, zum Kühlschrank stürmen und den Schmierkäse rausholen, dem Terrier die erste Tablette des Tages unter den Gaumen pappen. Kalte Füße auf den Küchenfliesen bekommen, gucken, ob die Medikamente drinbleiben. Bruno scheint ermattet. Der arme Kerl hat sich in Neeles Snuggler gelegt.
Jetzt aber schnell wischen. Mit Zitronen- oder Orangenduft? Egal, Hauptsache es riecht frisch im Haus. Überlegungen, die Lieblingsdottoressa anzutickern, verwerfen. Ist noch zu früh.
Erst mal duschen.
Mit Cappuccino in die Raucherlounge. Erstes Zigarettchen des Tages.
Gucken, ob die Hunde wach sind. Futterzubereitung. Bruno frisst nicht. Das stand zu befürchten. Fleischwurst und Käseraspel drüber. Jetzt läuft es rein.
Noch einen Cappuccino. Mit Zigarettchen. Ein bisschen auf Facebook scrollen. Mooooment… ein Strandkorb für Hunde. In Grau. Wunderschön. Und passend zu dem vom baE gebauten Outdoorbett und dem neuen Hundepool. Wie soll ich das nur anbringen bei GöGa? Ich ahne, dass auch mein nächster Geburtstag dafür nicht reicht. Trotzdem mal die Anzeige speichern.
Zeit für eine ausgedehnte Runde im Feld mit den beiden Spinnern. Heute läufts echt. Der Vizsla meint, sich in irgendwas Totem wälzen zu müssen. Ich bedauere, SmartHome noch nicht eingerichtet zu haben und jetzt nicht schon von hier aus Bad und Wohnzimmer auf 26 Grad vorheizen zu können. Neelchen friert immer so, wenn sie aus der Dusche kommt. Blöd, dass nur eine kleine Decke im Auto liegt. Aber nicht zu ändern.
Neelchen duschen. Irgendwie muss anderes Shampoo her. Das riecht nicht so gut.
Nochmal wischen. Diesmal mit Lavendelduft.
Cappuccino und Zigarettchen. Das hab ich mir jetzt verdient.
Zeit für Kekse mit Himbeerfüllung. Die mögen die Hunde auch.
In der Garage stehen vier riesige Kartons. Wofür auch immer. Bruno dreht voll auf und hat wie immer den Spaß seines Lebens. Schnell das Handy zücken und ein paar Fotos für die Seite auf Facebook machen. In den Freundinnenchat schreiben, dass so ein freier Tag echt was Feines ist.
Die Schnubbis werden irgendwie unruhig. Oh, kurz vor fünf. Schnell schon mal das Futter aus dem Kühlschrank holen. Angewärmt ist es in einer halben Stunde viel bekömmlicher. Jetzt noch fix zum Supermarkt nebenan. Fast hätte ich das Brot vergessen. Und wo ich schon mal hier bin: die Hunde lieben körnigen Frischläse über ihrem Abendessen.
Wieder zurück. Ich höre die Stimme des besten aller Ehemänner „na, ihr Ochsen! Seid ihr Frauchen ordentlich auf den Keks gegangen? Kommt ihr heute in die Wurst?“

Und dann sitzen wir später alle auf dem Sofa.
Und ich denke mir: „bestes Team ever“! ❤️
Ob nun mit Rettungshubschrauber oder ohne.