Hunde verstehen jedes Wort



Zu diesem Thema gibt es so viele Studien im Netz wie Pannen in meiner Küche. Aber die alle zu lesen bringt nichts. Ich muss mich nur umsehen und weiß: sie verstehen jedes Wort!

Seitdem ich mich in den letzten Tagen ja nun mit den Peinlichkeiten auf dem weiten Feld der Kosenamen für Hunde beschäftigt habe, achte ich zu Hause verstärkt auf das gesprochene Wort.

Und komme zu dem Schluss: irgendwann klingeln an unserer Haustür die Jungs mit den Jacken, die man hinten zumacht!

Hört jemand, wie der beste aller Ehemänner und ich in Sachen Hund kommunizieren, lässt er uns einweisen. Und das schlimme daran ist: zu Recht!

Wir sind geradezu peinlich bemüht, gewisse Schlüsselworte nicht zu verwenden!

Unsere Sprache gestaltet sich so, dass der russische Geheimdienst vor Neid erblassen würde.

Herr Terrier, vor allem er versteht JEDES Wort, muss nur „spazieren“ hören und er rennt zu den Haken mit den Leinen. Unter Geschrei natürlich.

Neele hingegen, mein stets auf Zwischensnacks bedachtes Mädchen, macht bei dem Wort „lecker“ keine Gefangenen… So führt es dazu, dass ich Sonntagmittag meinen Mann frage, ob die Hunde erst noch „L“ brauchen, bevor es zum „S-Gang“ geht.

Es gibt auch keine „Kekse“ mehr bei uns. Während das Vischeltrinchen erst durchstartet, wenn die Dose aufgemacht wird (und ich tue das schon laut hustend und bei laufendem Mahlwerk des Kaffeeautomaten), muss Herr Terrier nur das K-Wort hören, um auf meinen Stuhl zu springen. Also biete ich meinem Mann nur noch formvollendet „Feingebäck“ an. Das sichert mir wenigstens meinen Sitzplatz am Tisch.

Noch schlimmer sind die Worte „Oma“ und „Opa“. Fallen sie fahrlässig oder leichtsinnig, packt der kleine Topterrorist schon mal ein Köfferchen für einen Übernachtungsbesuch bei meinen Eltern. Auch dies natürlich begleitet von einem seiner berühmtberüchtigten hysterischen Anfälle. Neele legt noch einen extragroßen Napf ins Gepäck. Kein Spaß, wenn man dann nicht losfährt!

Natürlich gibt es auch Begriffe, die nicht nur mit Freude belegt sind. Bestes Beispiel: WDR. Durch regelmäßiges Androhen von „du kommst zum WDR“ (für die Nicht-Nordrheinwestfalen unter uns: das ist das dritte Programm des Westdeutschen Rundfunks mit der Sendung „Tiere suchen ein Zuhause“), hören sie darauf inzwischen besser als auf „PFUI“. So einigen wir uns abends darauf, „das Dritte“ anzuschalten, um die beiden nicht unnötig zu verunsichern… falls sie denn mal brav sind.

Auch „Augentropfen“ habe ich aus meinem Wortschatz gestrichen. So dramatisch es anfangs war, dem kleinen Spinner was einzuträufeln, so sehr verlockt ihn jetzt die Aussicht auf sein Masterspielzeug nach der Aktion. Also reden wir auch hier um den heißen Brei und sprechen uns nur noch ab, wer den Terriator augenmedizinisch versorgt.

Ich könnte die Liste unendlich fortsetzen. Kurz kann ich aber auch festhalten: James Bond hätte jedes Interesse an Lector verloren, würde er unsere Geheimcodes kennen! Diese Chiffriermaschine ist ein Sch… gegen meinen Mann und mich!

Nichtsdestotrotz frage ich mich natürlich durchaus selbstkritisch: haben nur wir so dermaßen einen an der Waffel?

Und ich weiß nicht, ob ich hier Antworten wünsche…