Herbstmelancholie


Im Herbst werden wir ja immer ein bisschen melancholisch. Also Bruno und ich. Es ist die Zeit, in der wir wussten vor fünf Jahren, dass Mara uns bald verlassen wird. Unsere Mara. Der Mausezahn. Diese wunderbare Dobermann-Lady mit dem Herzen aus Gold. Brunos große Liebe. Es brauchte nur ein Körbchen, nur einen Napf. Wo sie war, war er auch. Was sie gemacht hat, war für ihn Gesetz. Und sie hat ihm all die Sicherheit gegeben, die er so dringend brauchte. Es war herzzerreißend zu sehen, wie zwei so unterschiedliche Hunde aneinander hängen konnten. Nie hatte ich das Gefühl, dass meine Seele von Dobimaus nicht gerne alles mit ihm von heute auf morgen teilen musste: ihr Bett, ihre Decken, ihre Spiezeuge, mich ... sie war für ihn da. 

Und er für sie, als sie so krank wurde. Nach jedem Arztbesuch hat er versucht, ihren Verband von der Pfote zu wickeln. Ganz vorsichtig. Ganz lieb. So, als wollte er damit die Krankheit von ihr wegnehmen. Und als sie dann gegangen ist, ist seine Welt zerbrochen. Lange hatte ich die Befürchtung, dass er beschlossen hatte, ihr zu folgen. Seitdem ist (mit ihm) nichts mehr, wie es mal war. 

Und seitdem schmücken wir ihren Platz in unserem Garten. Das ist so ein Ding von Bruno und mir. Seit fünf Jahren. Nie würde er auf die Idee kommen, an DER Schale rumzurüpeln. Etwas da rauszunehmen (was ich ja von den Weihnachtskugeln in meinen Kübeln nicht behaupten kann). Warum auch immer. Er ist immer dabei. Er hilft mit. Und dann irgendwann beschließt er, dass es jetzt wieder an der Zeit ist, Neele auf die Gänge zu bringen. Das lässt mich dann auch wieder lachen. 

Es ist so: das Leben geht weiter. Aber diese ganz besonderen Hunde vergisst man nie