Ernährungsfragen, Teil 2



Nun, es ist hinlänglich bekannt, Herr Terrier hat Magen.

Ebenso hinlänglich bekannt ist, dass ich mich seitdem sehr detailliert mit Ernährungsfragen beschäftige.

Ich koche Huhn und Reis. In Mengen. Aber immer das gleiche essen? Mir ist das zu langweilig, meinen Hunden auch.

Das Problem ist: Herr Terrier MUSS essen. Regelmäßig und in kleinen Portionen. Hinzu kommt, dass eins seiner Medikamente ein Pulver ist, das eben nur über das Futter in den kleinen Satan reingeht. Während ich die Tabletten ja noch mit Schmierkäse unter den Gaumen drücken kann (danke für den Tipp, beste Tierärztin aller Zeiten!), läuft es nur mäßig gut, das Pülverchen in ihn hereinrieseln zu lassen. Wenn Herr Terrier eins noch fester zukneifen kann als seine Augen, dann sind es seine Zähne. Ein Schraubstock ist dagegen eine wackelige Angelegenheit!

Es galt also, Alternativen zu meinen selbstgekochten Delikatessen zu finden (der ein oder andere mag jetzt denken, dass das nicht so schwer ist), die zuverlässig in den Terriator reingehen und vor allem genauso zuverlässig nicht gleich wieder rausfliegen.

Nassfutter… ein weites Feld.

Erst mal Rat geholt bei einer lieben Hundefreundin, Halterin von zwei Terriatoren. Allein das macht sie medaillenverdächtig!

Ratzfatz hatten wir die Angelegenheit auf zwei oder drei Sorten eingegrenzt.

Und ob man nun möchte oder nicht, niemand kann sich davon freimachen, Opfer des Marketings zu werden.

Es geht los mit der Verpackung: das auserwählte Zeug steckt in einer Verpackung, die des German-Design-Awards würdig wäre! So nett, dass ich schon überlege, es nicht im Schrank zu verstauen, weil es meiner Küche wirklich als Deko zur Ehre gereicht.

Dann der Name: wenn mich meine recht verblassten Lateinkenntnisse nicht im Stich lassen (auch mein Lateinlehrer hat eine Medaille verdient, dass er an mir nicht völlig verzweifelt ist… aber das nur am Rande), habe ich mir etwas ins Haus geholt, das recht hochtrabend aber dennoch verlockend die „Welt / Erde des Hundes“ verspricht. Hach, allein dabei fühlt man sich doch schon gut, oder?

Die Homepage versichert „Hausmannskost für Hunde“. Was will man mehr?

Das Beste aber sind die Zutaten: Naturreis und Himbeeren, Pute und Löwenzahn, Kürbis und Amaranth… eigentlich alles, was ich schon immer mal gerne behauptet hätte, in der Küche zu haben, aber ehrlicherweise es im Supermarkt nicht mal finden würde.

Es gibt auch Sorten, die ich kaum unfallfrei aussprechen kann: Lamm-Puchero aus Uruguay mit Maniok, Acai und Mate… was auch immer das ist.

Und es gibt die Sorte First Aid - Magen-Darm-Schonkost… mit verschiedenen Zutaten.

Jetzt mal ganz ehrlich: da kann ich doch über nichts anderes mehr nachdenken.

Nun, ich bin mir nicht ganz sicher, ob das auch Teil der Marketingstrategie ist, kommen wir zum unangenehmen Teil: wir müssen über Geld reden.

Während der beste aller Ehemänner es regelmäßig mit Fassung trägt (auch und vor allem er hat eine Medaille verdient!!), dass es Nudeln vom Discounter mit Sauce aus dem Glas im mittleren Preissegment gibt, zucke ich ehrlich gesagt an der Kasse des Futterdealers nur mäßig. Ein bisschen schäme ich dafür. Ist aber so.

Es geht schließlich um Herrn Terrier, meinen kleinen Sonnenschein, den weltbesten Spinner auf vier Beinen.

Also ran an die Buletten… oder in diesem Fall an die Dosen.

Kurz überdacht habe ich noch das Angebot des Herstellers, des Earls Futter mit einem Topping aus Gesundheitskräutern und Bachblüten zu überstreuen. Aber in Anbetracht der nur sehr mäßig dekorierten Teller für meine Familie habe ich davon (fürs erste) abgesehen.

Und was soll ich sagen: es läuft.

Während ich für meinen Mann einen Tiefkühlflammkuchen (die von dem Promovierten sind wirklich gut) in den Ofen schiebe und für mich nach wie vor Kinderschokolade und Kuchen als ein ausreichend ausgewogenes Grundnahrungsmittel betrachte, beobachte ich mit Entzücken meinen kleinen Terroristen:

Herr Terrier, mein Gourmet und gerne auch mal Futterverweigerer, frisst!

Und ich bin auch nur ein bisschen beleidigt, dass er dabei begeisterter wirkt als bei meinem Selbstgekochten. Ehrlich… nur ein bisschen.