Augenklinik - bite Daumen drücken!


Bitte Daumen drücken!

Ihr Lieben, ich bin nervös.
In dieser Woche steht Brunos routinemäßiger Check in der Klinik an.
Meine ganz persönlichen Buchstaben des Grauens - PLL - machen mir in den Tagen vor diesem Termin doch immer arg zu schaffen.
Heute Morgen habe ich in der Tageszeitung meines Vertrauens gelesen, dass im Netz in einer Minute 3,8 Millionen (!!) Suchanfragen gestellt werden. Ich bin mir sicher, dass ich jedes Mal in der Woche vor Brunos Date mit seiner Augenärztin gefühlt die Hälfte davon in die Tasten haue.
Nicht viele Dinge machen mir derzeit mehr Angst als das, was mir die nette Ärztin sagen könnte. Wie immer sehe ich vor meinem inneren Auge mein kleines Kerlchen schon mit weißem Stock und drei Punkten am Geschirr.
Jedes Zwinkern, jedes Schubbern mit dem Kopf auf dem Boden, jedes mit den Pfoten über die Augen gehen macht mir mehr Sorgen als die ganzen E-Scooter-Fahrer, die plötzlich unsere Straßen unsicher und selbst den Gang zum Kiosk gegenüber zu einem echten Erlebnis mit Nahtoderfahrung machen.
Ich habe schlichtweg Angst.
Natürlich weiß ich, dass Hunde grundsätzlich mit einer Erblindung in den meisten Fällen besser klarkommen, als es die Menschen befürchten. Grundsätzlich. Hier liegt das Problem. An dem kleinen Terriator ist nichts „grundsätzlich“. Ich mag mir nicht ausmalen, wie er in all seiner Unsicherheit reagieren wird, sollte es so weit sein. Er, der ohnehin mehr Schiss als sonst was hat. Das aber immer mit immens großer Klappe und nicht legaler Wahl der Waffen kaschiert.
Und es sind auch die Tage im Jahr, an denen mich meine Wut auf seine Produzenten noch mehr überfällt als ohnehin schon. An denen ich diese Menschen gerne schütteln und anschreien möchte. Sie mal fragen, ob sie wissen, was sie Hund und Mensch antun.
Und ich würde sie gerne fragen, ob sie Brunos Wurfgeschwister informiert haben. Und die des Wiederholungswurfes gleich mit! Und ob sie es wenigstens so richtig haben krachen lassen von den paar Kröten, die sie gespart haben, als sie entschieden, sich die Gentests der Elterntiere zu sparen. Ob es das wert war.
Was für Ar…geigen!
Entschuldigung, aber das muss mal raus!

Und jetzt drückt uns bitte die Daumen.
Dass es für Bruno nur ein Termin ist, an dem er wieder mit seinem geliebten Kuschelhund, von dem er immer genau weiß, wo er im Behandlungszimmer ist, spielen darf. Und nach dem ich wieder über mich selbst lachen muss, wie bekloppt ich mich (und alle anderen gleich mit) gemacht habe, weil meine größte Angst ist, dass Bruno bald so rumläuft, wie dieses plüschige Vieh, das er doch so liebt!